Zum Hauptinhalt springen

Interview: Wir vertragen viel mehr Homeoffice

Wie Sebastian von Bomhard und Michael Emmer in den letzten Wochen die SpaceNet aus der Ferne geführt haben und welche neuen Wege sie gehen werden, lesen Sie in unserer Interview-Serie.

SpaceNet Vorstand vor Logo

Sebastian von Bomhard und Michael Emmer (v.r.n.l.)

Flurfunk per Videokonferenz und Homeschooling-Homeoffice-Balance: In unserer Interviewserie erfahren Sie, wie es den SpaceNet-Mitarbeitern - von der Auszubildenden bis zum Vorstand - in den letzten Wochen ergangen ist .

Heute: Die Vorstände Sebastian von Bomhard und Michael Emmer

1. Wie führt man ein Unternehmen aus der Ferne?

Michael Emmer: Wir haben unsere interne Informationspolitik verändert und halten unsere Mitarbeiter durch noch mehr regelmäßige Updates auf dem Laufenden. Als Format haben wir Videobotschaften gewählt, die sehr gut angenommen werden. Es hat sich aber auch gezeigt, dass Informationen in solch einer ungewohnten und stressbehafteten Zeit häufiger wiederholt und auf unterschiedlichen Kanälen transportiert werden müssen, also zusätzlich noch im Intranet oder in virtuellen Meetings.

2. Was sind die größten Herausforderungen eines ganzen Unternehmens im Homeoffice?

Michael Emmer: Bei der schlagartigen Umstellung, als nahezu alle unserer 125 Mitarbeiter gleichzeitig ins Homeoffice gingen, standen erst einmal die technischen Herausforderungen im Vordergrund. Nicht alle Kollegen hatten mobile Arbeitsplätze. Wir haben dann pragmatisch den Mitarbeitern die Desktop-Rechner nach Hause gebracht. Glücklicherweise hatten wir in Bezug auf unsere Infrastruktur, also Bandbreiten, Rechenleistungen usw. gut vorgesorgt. Wenn nicht wir, wer dann? :-)

Wir hatten einige Mitarbeiter, die noch nie im Homeoffice gearbeitet haben. Für sie war die Eingewöhnung schwierig, die Führungskräfte haben intensiv Kontakt gehalten und bei der (Selbst-)Organisation geholfen.
Zur Unterstützung haben wir unseren Mitarbeitern einen Leitfaden zum längerfristigen Arbeiten im Homeoffice zur Verfügung gestellt, in dem es um die Organisation am Arbeitsplatz, die Arbeitszeiten bis hin zur richtigen Kleidung ging.

Sebastian von Bomhard: Eine besondere Herausforderung stellten auch unsere 18 Auszubildenden dar. Die Berufsschule war geschlossen und unsere Ausbildungseinheiten waren nicht auf Homeschooling eingerichtet. Die Tutoren haben sich daher kleine Projekte überlegt, die für die Azubis beherrschbar und für uns gut steuerbar waren.

3. Hat sich Ihr Führungsstil verändert?

Michael Emmer: Ich habe auch bisher viel „aus der Ferne“ geführt. Insofern hat sich gar nicht so viel verändert. Insgesamt hat sich mein Führungsstil weg von zeit- oder aufgabenorientiertem Management hin zu mehr ergebnisorientierter Steuerung verlagert. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mich erst daran gewöhnen musste, dass viele Mitarbeiter nicht immer zu den bisher üblichen Zeiten verfügbar waren. Unsere Firma war dank hervorragender Absprachen der Mitarbeiter trotzdem immer für unsere Kunden erreichbar.

Die Herausforderung war nicht nur, dass die Kollegen nicht mehr in der Firma waren. Viele hatten auch noch ihre Familie zu versorgen und das Homeschooling zu managen. Wir haben anlässlich der Schließung von Schulen und Kindertagesstätten von Anfang an klar kommuniziert, dass Mitarbeiter die Kinder persönlich betreuen müssen, dauerhaft im Homeoffice arbeiten können. Es war und ist für alle eine Ausnahmesituation, in der es auch mal an der einen oder anderen Stelle holpert. Die einen müssen den Spagat zwischen Arbeit und Familie schaffen, Kollegen ohne Kinder teilweise Arbeitsausfälle der anderen kompensieren. Es ist schön zu sehen, dass die SpaceNet-Familie zusammensteht und die Mitarbeiter untereinander Verständnis für die Lage der anderen haben.

4. Den kurzen Weg zur Tür gibt es im Moment nicht. Wie halten Sie den Kontakt mit Ihren Mitarbeitern?

Sebastian von Bomhard: Im operativen Ablauf tauschen wir uns miteinander einfach per E-Mail, Chat und Videokonferenz aus. Da sind die Wege auch kurz. Wir nutzen derzeit sehr häufig unser eigenes Videoconferencetool (VCT). Wir können ohne Anmeldung und Vorlauf adhoc Videokonferenzen abhalten: Virtuellen Raumnamen festlegen, Link schicken - los geht’s.

Der persönliche Austausch mit unseren Mitarbeitern ist uns enorm wichtig. Wir haben sogar einmal unser SpaceCafé, bei dem sich normalerweise alle Mitarbeiter für eine halbe Stunde zum Kuchenessen treffen, in die virtuelle Welt verlagert. Wir haben vorher Anleitungen für Tassenkuchen verteilt, jeder hatte seinen Kuchen und den Computer vor sich. Das Format auszuprobieren war ganz spannend.

5. Was waren die Learnings aus dem wochenlangen Homeoffice? 

Michael Emmer: Die Erfahrung zeigt, dass wir viel mehr Homeoffice vertragen, als wir bisher gedacht haben. Die meisten unserer Mitarbeiter kommen im Homeoffice gut zurecht und arbeiten eigenverantwortlich. Viele unserer Kunden haben nicht einmal gemerkt, dass unsere Mitarbeiter gar nicht in der Firma sind. Gleichzeitig ist aber auch klar, dass niemand bei uns zu 100 Prozent im Homeoffice arbeiten wird. Videokonferenzen und E-Mail können den persönlichen Kontakt nicht ersetzen. 

Sebastian von Bomhard: Uns wurde auch klar, wie viele Informationen einfach im Vorbeigehen ausgetauscht werden. Das ist nicht nur der berüchtigte Flurfunk, es ist auch das Austauschen von Tipps oder einfach nur der soziale Kontakt. Eine gute Idee war, die Mitarbeiter zu ermuntern, auch dafür Räume als Videokonferenzen zu nutzen, ihnen zu zeigen, dass das Unternehmen das normal findet.

6. Ist Kurzarbeit eine Option?

Michael Emmer: Kurzarbeit wäre für uns das letzte Mittel. Wir haben in einigen Bereichen eine höhere Nachfrage. So lagern Unternehmen vermehrt ihre IT aus, als Erkenntnis aus der Corona-Pandemie. Einerseits ist das Bewusstsein für die Anforderungen an Business-Continuity gestiegen. Gleichzeitig zwingen die gestiegenen technischen Anforderungen für verteiltes Arbeiten im Homeoffice die Unternehmen, eine wesentlich leistungsfähigere Kern-IT bereitzustellen. Hierfür sind wir der geeignete Partner - wir können also Rückgänge in einzelnen Geschäftsbereichen durch Wachstum im Homeoffice- und Business-Continuity-Umfeld kompensieren.

7. Wie geht es bei SpaceNet weiter?

Michael Emmer: Wir denken über die weitere Flexibilisierung der Arbeit nach. Homeoffice wird sicher ein wichtiger und häufiger genutzter Baustein sein. Das spart den Mitarbeitern Fahrtzeit, schont die Umwelt, weil weniger Fahrzeuge auf der Straße unterwegs sind. Dennoch wollen wir, dass sich unsere Mitarbeiter regelmäßig sehen. SpaceNet steht für den persönlichen Austausch. Das gilt für unseren Umgang mit Kunden und mit Mitarbeitern. Deshalb ist es uns wichtig, dass wir unsere Mitarbeiter regelmäßig in der Firma haben.

Sebastian von Bomhard: Aber die Firma, wie die Mitarbeiter sie kannten, wird es nicht mehr geben. Wir haben angefangen, alle Arbeitsprozesse im Hinblick auf eine mögliche Digitalisierung und Modernisierung zu untersuchen. Dieser Prozess war lange geplant, aber letztlich haben wir die Pandemie gebraucht, um richtig loszulegen. Nun gibt es eine Vielzahl unterschiedlichster Arbeitsplätze bei uns, viele Dinge können mobil und flexibel bearbeitet werden. Das Modell „immer der gleiche Schreibtisch“ hat ausgedient. Demnächst gibt es viele Besprechungsräume in allen Größen, beispielsweise Räume für konzentriertes ungestörtes Arbeiten, aber auch kreative Räume, wie man es bei Startups sieht. Dabei kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch mein Besuch im Silicon Valley einen Innovationsschub ausgelöst hat. Manche der Ideen dort sind wirklich anwendbar bei uns und hilfreich. Fürs Erste allerdings müssen wir einen Zwischenschritt realisieren: Mindestabstände und verstärkte Hygienemaßnahmen werden uns noch einige Zeit ausbremsen.
 

Lesen Sie weitere Homeoffice-Interviews

Hier finden Sie den Homeoffice-Leitfaden 

Lesen Sie mehr über die SpaceNet AG

Lernen Sie das gesamte Team kennen

Interessiert? Bewerben Sie sich jetzt. 


Über SpaceNet

Die SpaceNet AG unterstützt mit ihren über 120 Mitarbeitern IT-Verantwortliche und Geschäftsführer darin, eine starke Unternehmens-IT aufzubauen, am Laufen zu halten und strategisch klug mit den digitalen Möglichkeiten weiterzuentwickeln. Dabei bietet sie gemanagte IT-Services, Support und Management für Non-Standard Applikationen, 7x24-Service, persönliche Beratung und sichere Cloud-Dienste.

Die SpaceNet AG betreibt ihre Cloud- und IT-Services in zwei redundanten Hochsicherheitsrechenzentren in München. Ein drittes entstand gerade mit dem SDC SpaceNet DataCenter in Kirchheim bei München. Es erfüllt alle Anforderungen der neusten Version der derzeit ausschlaggebenden Norm EN 50600 VK4. Die SpaceNet AG ist zertifiziert nach dem Sicherheitsstandard ISO 27001 und arbeitet nach ITIL.

Das Münchener Unternehmen legt seit 20 Jahren großen Wert auf die Ausbildung und wurde von der IHK mit dem Zertifikat Ausbildungsbetrieb 2019 ausgezeichnet.

SpaceNet betreut rund 1.200 Kunden wie Antenne Bayern und den Münchener Verkehrs- und Tarifverbund (MVV). Zur SpaceNet-Unternehmensfamilie gehören die SDC SpaceNet DataCenter GmbH & Co. KG und die brück IT GmbH, ein Systemhaus spezialisiert auf Services und Software für Rechtsanwälte.

Das Münchener Unternehmen zählt zu den Internetpionieren der Branche und wurde 1993 vom heutigen Vorstand Sebastian von Bomhard gegründet, der es inzwischen zusammen mit Michael Emmer leitet.

Pressekontakt

PRilliant

Melanie Steidle
Tel.: 0176 21312454
steidle@prilliant.net
www.prilliant.net 

SpaceNet AG

Katja Holzer
Tel.: (089) 323 56-181
Fax: (089) 323 56-299
presse@space.net